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Rundreise durch Israel & Palästina

Israel Rundreise mit 7 Stopps – für Backpacker und Abenteurer!

Israel als Backpacker? Na klar, das geht und es geht sogar gut. In wenigen Stunden fliegst du von Deutschland aus, die Flüge sind oft preiswert und die Region besticht durch ihre Vielfältigkeit. Günstig ist es hier nicht, eine Nacht im Hostel schlägt mit ca 20 Euro rein, ein Bier kommt auf 3-4 Euro. Aber mit Couchsurfing, Hitchhiking und Streetfood kann man trotzdem mit einem kleinen Budget auskommen. Meine Israel Erfahrung ist emotional und anders. Selten hat mich eine Reise so aufgewühlt wie diese. Aber mehr dazu findest du hier (folgen!), in den 7 thoughts zur einer tiefgründigen Reise durch Israel/Palästina. Dieser Beitrag gibt dir eine Idee wie du dein Backpacker Rundreise Israel in Israel planen kannst. Los geht´s mit dem Flug: Entweder nach Tel Aviv, oder nach Eilat. Das Ziel im Süden wird oft zu einem Schnäppchenpreis von Ryanair angeflogen, z.B. donnerstags und sonntags von Frankfurt gibt es Tickets schon für unschlagbare 10 Euro (Oneway, ohne Gepäck). Sinnvoll ist es z.B. den Hinflug nach Tel Aviv und den Rückflug von Eilat zu planen, dann hast du keine doppelten Wege. Wobei die Strecken in Israel kurz und einfach sind. Diese Route ist für etwa 3 Wochen angelegt.

1. Tel Aviv

Bars soweit das Auge reicht - Tel Aviv am frühen Abend.

Tel Aviv ist hip, schick und unglaublich modern. Für mich ist es die Stadt der Jungen und Schönen und kann defintiv mit Küstenstädten wie Barcelona mithalten. Fortbewegt wird sich in Tel Aviv per Elektroroller oder, etwas klassischer, per Fahrrad. Diese kannst du super easy an jeder Ecke per Kreditkarte mieten und woanders abstellen. Die Hipster Roller sind schneller und bei den Städtlern das Transport Accessoires schlechthin. Ich empfehle für Tel Aviv 3 Nächte. Schlafen kannst du zum Beispiel in Florentin im Hostel “Rodgers House”. Von hier aus sind die Highlights der Stadt in Lauf (oder Rad)-weite: Starte mit eine Freewalking Tour durch Jaffa und genieße dort ab dem frühen Abend das hippe und schicke Barleben.  Wenn du etwas typisches trinken willst, bestell dir einen Arak, z.B. mit Minze und Zitrone. Am nächsten Morgen schlenderst du über den Fleamarket und entspannst danach an einem der Stadtstrände in Tel Aviv. Die Küste in Tel Aviv ist lang, lebendig und lädt auf einen langen Spaziergang ein. Am nächsten Tag solltest du den Carmel Market besuchen und die Innenstadt erkunden. Es gibt unzählige nette Restaurants in der Stadt, Tel Aviv ist super veggie und vegan freundlich, was mich sehr glücklich gemacht hat. Günstig ist es hier nicht, das steht fest. Aber wie in jeder Großstadt ist für jeden Geldbeutel was zu finden. Lass dich einfach treiben! Tel Aviv ist super sicher und entspannt. Übrigens: Die besten Hostels in Tel Aviv findest du hier.

2. Der Norden: Haifa, Akko, Golan Highlands

Bahá’í Gärten in Haifa

Von Tel Aviv kommst du easy mit der Bahn nach Haifa. Dauert etwa 1,5 Stunde – der Zug erinnert an die DB, ich könnte wetten es sind die gleichen Züge. Ich habe eine Nacht im Hostel Port Inn übernachtet (Preis um die 15 Euro. Das Frühstück ist der Hammer! Der Rest einfacher Standard). Die zweite Nacht bin ich bei einem Couchsurfer untergekommen. Meine Couchsurf Erfahrung in Israel und Palästina waren übrigens durchweg positiv. Neben den hohen Hostel Preisen waren auch die super netten menschlichen Begegnungen ein “Pro Couchsufing Argument” für mich. In Haifa gibt es aus meiner Sicht keine großen Highlight, außer vielleicht die Bahá’í Gärten. Ich finde aber, man kann auch weiterleben, ohne diese gesehen zu haben. Allerdings eignet sich Haifa super um abends einen Drink einzunehmen und sich vom israelischen Leben abholen zu lassen. Die Stadt hat einen recht hohen Anteil an Arabern, charmant anders wie Tel Aviv, wie ich finde. Es scheint hier zu funktionieren. Haifa hat auch einen netten Abschnitt an der Küste, wenn du Zeit hast und das Wetter passt, schau dort vorbei. Es kann auch gesurft werden. Nimm dorthin den Zug, 2 Stationen bis ans Meer! Von Haifa aus kannst du per Tagesausflug nach Akko (nette Altstadt) oder Nazareth. Beides ist weniger als 1,5 Stunden entfernt. Ich habe es leider nicht geschafft, aber nach diesem Stopp, lohnt es sich die Golan Höhen anzusteuern. Diese liegen hoch im Norden, an der Grenze zu Syrien. Ich habe viel guten davon gehört, kann aber nicht mehr dazu sagen. Für mich steht es bei der nächsten Israel Backpack Reise auf dem Plan 🙂

3. Jerusalem

Holy S*** Die Grabeskirche in Jerusalem raubt einem den Atem

Vom Norden aus hat es mich in das wunderbare Jerusalem gezogen, per Zug in 2 Stunden bist du da. Zur Erinnerung: Israel ist kompakt 🙂 Öffentliche Verkehrsmittel haben übrigens in der Regel Wifi, sehr praktisch. Plane für Jerusalem auch mindestens 3 Tage ein – Die Stadt will erlebt, entdeckt und gefühlt werden, lass dich drauf ein. Vor allem die Altstadt, der wichtigster Ort für drei große Weltreligionen auf engstem Raum. Moslems (ca. 22.000), Juden (ca. 4.000), Christen (ca. 6.000) und Aramer (ca. 2000) teilen sich hier den winzigen Stadtkern von nur 1.000 Quadratmetern. Jerusalem ist nicht umsonst einer der heiß umkämpftesten Städte überhaupt, man spürt diese Bedeutung überall. Dieser Ort ist Geschichte und Religion in höchst konzetrierter Form und durchaus nicht so hip wie das nur wenige km entfernte Tel Aviv. Jerusalem ist Brennpunkt für Konflikt und Streit, scheinbar dauerhaft und unlösbar – so zumindest auf den ersten Blick und auch aus dem was man so in den Medien hört. Sieht man aber etwas hinter die Kulissen und beobachtet jüdische Kinder im arabische Viertel unbeschwert herumlaufen oder lauscht den kleinen, hoffnungsvollen Alltagsgeschichten (z.B. bei einer Freewalking Tour, welche ich als Einstieg unbedingt empfehle), so bekommt man den Eindruck: Es gibt Hoffnung! Es geht doch alles, irgendwie. Aber ich will nicht in den Konflikt abrutschen. Allerdings finde ich es in Jerusalem hochspannend sich einfach treiben zu lassen und genau zu beobachten. Lauf einfach durch Old Town, halte inne und schau, was im Getöse um dich herum passiert. Die Vielfalt der unterschiedlichsten Menschen die hierher pilgern (oder ohnehin schon da sind), aus den unterschiedlichsten Beweggründen, hat mich umgehauen. Vor allem die Geburtskirche und die Klagemauer haben eine magische Aura. Neben der Altstadt ist der Mahane Yehuda Market unbedingt empfehlenswert und auch das Holocaust-Museum Yad Vashem solltest du dir anschauen. Eine Auswahl an guten Hostels und Budgetunterkünften in Jerusalem findest du hier. Mein Favorit ist das Hostel Stay Inn!

4. Palästina/West Bank

Oh ja, Palästina! Wo soll man da anfangen und wo aufhören. Zunächst war ich, wie vielleicht viele Reisende, nicht sicher, ob es einfach sein wird diesen Teil des Landes (wenn man von “einem Land” sprechen sollte) zu besuchen. Und doch, man kann. Oder besser: man muss! 

Bitte komme Palästina und mach dir dein eigenes Bild. “Visit Palenstine” ist nicht nur ein Postkartenmotiv, sondern -für mich- Pflicht. Es ist für Touristen hier nicht wirklich gefährlich (oder nicht mehr als in anderen Backpacker Zielen). Die Menschen freuen sich, dich zu sehen. Sie wollen dir ihre Geschichte erzählen und sie wollen, das du sie hörst und nach draußen trägst. Aber ich beschränke mich hier auf die Israel/Palästina Route, wenn du mehr zu meinen Gedanken rund um eine Reise nach Palästina schau HIER (folgt…) vorbei. Von Jerusalem kommt du einfach nach “Westbank”, also der Teil des Landes der heute noch den Palästinensern zugesprochen wird. Die Menschen hier sind zum Großteil Muslime und du betrittst eine andere Welt. Nur wenige km entfernt vom hippen Tel Aviv ist diese Region sehr arabisch und traditionell. Fahre in Jerusalem einfach mit der Straßenbahn zum Damaskus Gate. Von hier aus bringen dich verschiedene Busse einfach nach Bethlehem. Ich habe von Stops an einem Checkpointen gehört, in meinem Fall gab es aber keinen. Es war einfach nur eine  Busfahrt von A nach B, ohne Kontrollpunkte. In Bethlehem habe ich die erste Nacht (Couchsurfing) verbracht. Neben der Geburtskirche (nicht schön, aber wichtig), ist auch ein Spaziergang durch die Altstadt echt ganz nett. 

Für mich das unbedingte Highlight der Stadt ist ein Besuch der “Wall” und dem “The Walled Off Hotel”. Das Hotel mit der “schrecklichste Aussicht der Welt” wurde vom wunderbaren Künstler Banksy eröffnet. Hierin befindet sich eine tolle Ausstellung zum Konflikt in Palästina. In kürzester Zeit werden die wichtigsten Eindrücke emotional nah gebracht. Unbedingt anschauen! Die “Wall” erinnert ungemein an die Zeit der Trennung der DDR von der BDR und auch dieses graue Monster trennt Menschen. Es trennt Israel von Palästina. Nicht schön, aber Realität, die gesehen werden muss. Was dennoch schön ist: Dieser Abschnitt zeigt unzählige Graffitis und Kunstwerke, vollgeladen mit Botschaften zur Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Hoffnung auf Freiheit. Hier ist der ganze Nahostkonflikt einfach da, präsent und spürbar. Es raubt mir die Luft. Danach kannst du etwas durch das “Refugee Camp Aida” laufen. Es wird empfohlen, dass mit einem Guide zu machen, du kannst aber auch so einmal durchgehen. Weiter geht es für mich mit einem Minivan (genannt “Service”) für 10 Scheckel am nächsten Tag nach Herbon.

Auch hier bleibe ich eine Nacht. Dies Mal bei Mo, einem wunderbaren Mensch, der bereit 800 (!) Couchsurfer aus aller Welt bei sich gehostet hat! Mehr zu Mo findest du hier: httpsss://www.taz.de/!5426608. Hebron ist eine konfliktbeladene Stadt. Es ist die einzige Stadt in dessen Altstadt es jüdische Siedlungen gibt, was das internationale Gesetz im palästinensischen Autonomiegebiet eigentlich untersagt. Dennoch werden die rund 800 Siegler von tausenden Soldaten “bewacht”. Komme genau deswegen hierher und schaue es dir mit eigene Augen an. Du kannst dich hier recht sicher bewegen, “wir Touristen” sind für beiden Seiten, also weder die Palästinenser noch die jüdischen Sieger, kein Problem.

Uns will keiner was. Mach dir ein eigenes Bild, rede mit den Menschen, sie werden dich in der Altstadt mit einem “Welcome to Palentine” empfangen. Und esse ein Falafel Sandwich. Nirgendwo war das so lecker (und günstig) wie hier! Auch Ramallah ist sehenswert. Etwas moderner, zumindest in einigen Ecken und dem Ruf zu folge. Es ist trotzdem eine muslimisch geprägte Stadt. Kurze Shorts und wilde Partys sind hier wohl eher zu finden als in anderen Teilen von Palästina (gerade da hier viele Ausländer leben und in NGOs arbeiten), aber dennoch selten. Das Arafat Museum ist einen Besuch wert. Wenn du mehr von Palästina sehen und vor allem erleben willst, schau dir auch Jericho an und bleiben 1-2 Nächte in Nablus im Norden. Für mich war Couchsurfing eine wunderbare Möglichkeit, um mit Menschen hier in Kontakt zu kommen. Aber in Ramallah gibt es auch gute Hostels, u.a. das “Hostel in Ramallah”.

5. Das tote Meer

Das tiefste Meer der Erde, einfach zum dahin schweben 🙂 Im Ernst, für deine Israel Reise solltest du das Tote Meer auf jeden Fall mit einplanen. mir persönlich hat ein Nachmittag dort gereicht. Ich bin von der palästinensischen Seite aus hingefahren, an einen Strand names Kalia Beach. Dieser kostet aber relativ viel Eintritt, um die 10 $ habe ich gezahlt. Ich persönlich fand diesen Strand ein wenig überlaufen und eher geeignet für älteres Publikum. Es gibt, falls man darauf Wert legt, aber viele Zusatzangebote wie Restaurants und saubere Duschen. Von der israelischen Seite, die nur wenige Kilometer entfernt liegt, gibt es auch kostenfreie Zugänge zum toten Meer. Auf jeden Fall war es schon witzig einmal schwerelos im Wasser zu liegen und sich danach von oben bis unten wie ein Kleinkind mit Schlamm einzukleistern. Da du ohnehin nicht länger als 20 Minuten in sehr salzhaltigen Wasser bleiben solltest, reicht meiner Meinung nach ein halber Tag für einen Besuch am toten Meer aus.

6. Wüste Negev

Nach meinem Aufenthalt in Palästina, bin ich über Jerusalem in die Wüste Negev gefahren. Von Jerusalem fahren regelmäßig Busse nach Be’er Scheva. Von dort gibt es die Weiterverbindung nach Mietzpe Ramon, welches ein kleines nettes Städtchen in mitten der trocken Wüste ist. Übernachtet habe ich im Hostel “The Green Backpackers”, welches eine sehr engagierte Leitung hat. Die netten Mitarbeiter erklären gleich bei Ankunft die verschiedenen Möglichkeiten und Wanderrouten, um die Wüste zu erkunden. Fußläufig vom Hostel findest du einen sehr schönen Aussichtspunkt, um den Sonnenuntergang in der Wüste zu genießen. Die Wanderrouten durch die Negev sind nach Farben gekennzeichnet, einige sind Teil des hier Israel Trails, welcher einmal durchs ganze Land führt. Ich habe mich für den Green Trail entschieden, diese Route dauert etwa 3 Stunden. Zu meiner Besuchszeit waren einige der anderen Trails wegen Überflutungen nur schwer begehbar. Erkundige dich also vorher über die aktuelle Wetterlage. Schau hier nach Hostels in Mitzpe Ramon.

7. Eilat

Nach dem Stop in Mietzpe Ramos sollt es für mich weitergehen zu einen kurzen Besuch am roten Meer, ins (sehr touristische) Städtchen Eilat. Dummerweise hat mich mal wieder der Sabbat erwischt – Vergesse nie: samstags kommst du in Israel nur schwer von A nach B! Die einzige Lösung für mich: Weiterreise per Anhalter. Von einem Kreisel etwas außerhalb des kleinen Städtchens, habe ich mein Glück versucht. Es hat eine Weile gedauert, aber etwa nach 30 Minuten hielt eine nette Dame an. Mit einem Zwischenstopp und einer weiteren erfolgreichen Hitchhiking Runde, habe ich es etwa 4 Stunden später mein Ziel am roten Meer erreicht. Einmal mehr übernachtet ich bei einem super netten Couchsurfer. In diesem Fall in einer Camper, direkt am Wasser. Eliat hat für mich nicht wirklich viel zu bieten, außer der Unterwasserwelt. Eigentlich wollte ich hier Tauchen, kurzfristig war das aber nicht möglich. Hinweis für alle Taucher: wenn du tauchen möchtest, brauchst unbedingt deinen Tauchschein und dein Log Buch, sonst hast du dir keine Chance. Die Gesetze sind streng. Wie sich für mich herausgestellt hat, reicht es in Eilat aber auch vollkommen zu Schnorcheln. Viele Korallenriffe sind an der Oberfläche und auch als Schnorchler gut erreichen. Was mich an Eilat zudem fasziniert, ist die geographische Lage. Mit Blick nach links aus meiner Caravan Unterkunft, sehe ich eine gigantische Flagge, die Küste von Jordanien ist in unmittelbarer Nähe. Das imposante Stück Stoff verschwindet laut meines Couchsurfing Gastgebers hin und wieder auf unerklärliche Weise. Laut ihm wird es in dieser Zeit gewaschen – und das dauert in Jordanien. Auf der rechten Seite grenzt Eliat an Ägypten. Ich habe mich beim Schnorcheln soweit treiben lassen dass sich der ägyptischen Grenze vom Wasser sehr nah gekommen bin. Von Eilat aus kannst du übrigens sehr günstig mit Ryanair nach Hause fliegen. Ich bin mit einem Bus zurückgefahren nach Tel Aviv. Das dauert etwa 5 Stunden. Wie in allen Busverbindungen in Israel gibt es gutes Internet, die Zeit vergeht also quasi wie im Fluge.

Hier findest du Hostels und Budgetunterkünfte in Israel

Ich bin seit 6 Jahren Freelancer für digitale Projekte und habe 1984 das Licht der Welt erblickt, die ich nun voller Neugierde so viel wie möglich bereise. Nach 3 langen Reisen mit dem Rucksack durch Süd- und Zentralamerika, schlägt mein Abenteuerherz besonders für diesen Teil der Welt. Aber auch andere Ziele wie Israel/Palästina, Vietnam, Sri Lanka, Indien, die Philippinen oder auch Spanien haben es mir angetan #neverstopexploring!