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Backpacking Kuba – 7 Tipps für Individualreisen durch Kuba

Kuba ist so viel mehr als Resort Urlaub. Kuba ist Leben pur, Geschichte greifbar, Emotion und ganz viel Herzlichkeit. Kuba bietet dir auch als Backpacker viel Spielraum, das Land will bereist und entdeckt werden. Fast nirgendwo auf der Welt ist es so sicher wie hier, du kannst dich sorgenfrei sogar per Anhalter fortbewegen. Es gibt wenig Kriminalität und fast keinen Drogenkonsum (da sehr strenge Gesetze). Zudem ist Kuba unter bestimmten Voraussetzungen (unten mehr) unschlagbar günstig. Mit diesen Schmetterlinge im Bauch möchte ich euch meine 7 thoughts über Backpacking in Kuba und eine wirklich individuelle Reise teilen.

Auch wenn es dir als Backpacker in Kuba durch gesetzliche Vorgaben nicht ganz so einfach gemacht wird in den wirklichen Alltag einzutauchen, es ist möglich. Fairerweise eine Randnotiz zu meiner Kuba Individualreise: Ich spreche fließend Spanisch (von großem Vorteil um wirklich in Verbindung mit den Kubanern zu kommen). Zudem habe Kuba mit einem Argentinier bereist. Ein Bonus, denn Kubaner lieben Argentinier. Warum? Sie teilen sich eine Heimat mit Che. Und Che steht über allem.

1. Der Kubaner und seine Geschichten

Lass dich ein auf das kubanische Leben

Die Revolution, inklusive ihrer Helden Ché und Fidel, ist einfach immernoch überall spürbar und für den Kubaner das Thema Nr. 1. Mein Gefühl war, dass alle Kubaner hinter der Revolution stehen oder wenn auch nicht, dann haben sie zumindest eine tiefe Meinung dazu. Und diese erzählen sie gerne. Hör ihnen zu! Der Kommunismus (und somit auch die Regulierung und Kontrolle) ist allgegenwärtig. Kubaner dürfen nicht mit Touristen zusammen sein. Das wissen sie und sind daher oft vorsichtig im Austausch mit Ausländern in der Öffentlichkeit. Wenn man sich ein wenig bemüht, schafft man es aber dennoch sich mit ihnen zu verbinden. In meinem Kopf sind unzähligen zwischenmenschlichen Details,von denen ich sprechen will… Von der bettelarmen Frau an der Bushaltestelle, die nach einem kurzen Dialog meine Hand nimmt und mir ein herzzerreißendes Lied vorsingt, dass sie immer für ihren verstorbenen Mann gesungen hat. Vom Hoteldirektor aus Varadero, der uns auf seinem Heimweg spät abends per Anhalter mitnimmt und einen Umweg für uns macht. Vom 90-jährigen pensionierten Lehrer, der mich zu einer Bushaltestelle begleitet und mir erzählt, dass er in der Revolution an Ché´s Seite kämpfen durfte (ich habe fast nie jemand von solchem Stolz erfüllt erlebt). Von unserer casa particulares Gastgeberin, die mir den Weg zum Markt erklären will, dann aber kurzerhand einfach mitkommt und für mich alle Einkäufe verhandelt. Vom Prepaid-Karten verkaufendem Geschwisterpaar aus Havanna, die mit uns über die Polizei Dominanz und das nicht immer leichte kubanische Leben debattieren… und am Kiosk für uns einen Rum nach der nächsten holen (Kuba like im Tetrapack. Auch die Puros werden fleißig geteilt). Von der gebrechlichen (und ersichtlich armen) Oma und ihrem Enkel, die darauf bestehend unsere Bustickets zu bezahlen (das macht man in Kuba eben so, argumentieren sie) Ok… das sollte reichen um zu verstehen, worauf ich hinaus will. Verbinde dich mit ihnen, den stolzen und immer noch isolierten Kubanern (Internet ist weiterhin bedingt durch den hohen Preis nur wenigen zugänglich. Auslandsreisen sind unmöglich, das TV Programm gestaltet der Staat). Sie werden deine Weltanschauung bereichern!

2. Reise wie ein Kubaner

Mit öffentlichen Bussen oder per Anhalter. Meide „Via azul“

Der Tipp öffentliche Busse zu nutzen ist bei weitem nicht einfach umzusetzen, wie in anderen Ländern. In Kuba gibt es Via Azual. Ein staatliches Busunternehmen speziell für Touristen. Und nur damit soll der Tourist nach Vorgabe des kubanischen Staates auch reisen. Nachteil für den individuellen Backpacker liegt auf der Hand: Du bist weg vom kubanischen Leben und es ist 100 fach teurer (und das meine ich nicht nicht nur sinngemäß, sondern genau so). Versuche dich in nationale Busse „zu schmuggeln“. Wenn du Busse am Straßenrand anhälst, sind deine Chancen größer, als am Busbahnhof. Denn da dürfen Fahrer dich oft nicht mitnehmen. Zudem kannst du in Kuba sicher per per Anhalter fahren. Das ist für den Kubaner das normalste der Welt und er macht es selbst ständig. Da nur etwa jeder 40ste Kubaner selbst ein Auto besitzt, gibt es sogar Sammelstellen von der Regierung, wo beim „hechar botella“ offizielle geholten wird. Es ist üblich hierfür etwas Geld zu geben, aber das ist immer noch günstiger und vor allem spannender als mit dem Touribus zu fahren.

3. Zahle auch mit lokaler Währung

Was ist der Unterschied zwischen CUP und CUC?

In Kuba gibt es unzähliger staatlicher Regulierung auch zwei Währungen: CUP (Modeda national, Kubanische Landeswährung) und CUC (Währung für den Tourist). Keine große Überraschung, dass alles was in CUC angeboten wird (wie die Via Azual oder Essen in touristischen Restaurants), auch x fach teurer ist. Habe am Besten beide Währungen bei dir. Unterkünfte z.B. müssen mit CUP gezahlt werden, dass ist Gesetz. Lokale Busse oder Essen an lokalen Essensständen kannst (und musst) du oft in moneda national bezahlen. Du sparst Unsummen an Geld und tauchst etwas mehr ein in das Kubanische Leben. Ganz klar kann der Kubaner nichts in CUC zahlen. Er braucht seine eigene Währung, er verdient oft nicht mehr als 40 Euro im Monat und braucht den günstigen Preis (bei dem Angebote wie Bustickets subventioniert sind) bei Weitem mehr als wir. Wenn du von den günstigem Preise der moneda national provitieren kannst, gibt im Austausch doch einfach ein paar Kubaners ein Mittagessen aus. So profitieren alle davon 🙂

4. Kubanisch Essen in Paradores

Günstig und (mehr oder weniger) gut: Streetfood aus dem Wohnzimmer

Ein Parador (übersetzt heißt das „stehend“) ist ein Ort an dem Essen und oft frischer Saft verkauft und gleich im stehen verzehrt wird. In aller Regel ist es einfach ein Brett das als Theke in einem Hauseingang funktioniert. Das Essen wird also homemade gemacht und aus dem Wohnzimmer raus verkauft. Erwarte kein kulinarisches Highlight! In der Regel gibt es hier einfache Spaghetti mit Tomatensoße, Pizza oder belegte Brote. Erfreulicherweise gibt es meist einen Tagessaft oben drauf, nicht immer aber oft frisch. Essen und Getränk kosten in der Regel weit unter einem Dollar. Es macht satt, ist sehr Kubanisch und meist auch gut essbar.

5. Rum, „Puros“ und Salsa

In Kuba feiern und genießen

Es wird gerne genossen und getrunken in Kuba, meist Rum oder Bier. Auch die Puros/Havannos, also die weltbekannten Kubanischen Zigarren solltest du einmal probieren. Ich habe mich schlau gemacht und handgemachte Puros für wenige Cent gekauft. Gedreht in einem Hinterhof von einem netten alten Kubaner. Hier kaufen die Kubaner ihre Puros auch. Die Luxus Varianten gehen in den Export oder Touristenverkauf. Ach ja, auch wenn es nicht unbedingt jedermanns Geschmack sein muss. Einmal Salsa Tanzen ist in Kuba natürlich Pflicht. Ich hatte meinen Salsa Moment in Trinidad. Mit Livemusik und einem sehr ambitionierten alten Kubanischen Herren, der mich durch den Saal gezwirbelt hat. Mir persönlich war es aber ein wenig zu viel Show, ich hatte bessere Salsa Nächte in Kolumbien.

6. Casas particulares

Hier übernachtest du in Kuba am Besten

Bitte vergesse Hotels oder Resorts in Kuba. Ich finde sogar, dass das ein Tabu ist. Völlig überteuert und unnötig. Du findest überall (wirklich üüüüberall) sogenannte casas particulares, für Backpacker in Kuba genau das Richtige. Casas particulares werden von Privatpersonen betrieben (dafür brauchen sie eine offizielle Lizenz). Sie haben immere ein bis mehrere Zimmer umfunktioniert, als Gastzimmer und in aller Regel einen tollen Standard anbieten. Immer mit Aircondition, oft mit Küche, meist mit gutem Bad, Bett und mehr als ich sonst als Unterkunftsstandard brauche. Hier bist nah an netten Menschen, das Geld kommt da an wo es hin soll und du zahlst meist nicht mehr als 15 Dollar / Nacht für ein gutes Doppelzimmer. Selbst ganz nah an den hochgelobten Stränden von Varadero (Mein ablsoluter Tipp! Siehe handgeschriebene Adresse).  oder direkt in der Altstadt von Havanna wirst du eine solche Bleibe beim Laufen durch die Straße einfach finden, indem du den Schildern an den Häusern „Room for rent“ folgst. Du brauchst in der Regel nicht vorher zu buchen. Es darf gehandelt werden.

7. Entdecke die „Playas“

Kuba Strände ohne Ressorts erleben

Ja, es stimmt – eines der ungeschlagen Highlights in Kuba sind ganz klar das, wofür so viele Pauschaltouristen kommen: Die Strände! Türkisblau, kristalklar, Kilometer weit. Entdecke sie aber etwas anders. Verzichte auf ein Ressort und buche dich besser etwas abseits in eine Privatunterkunft ein. Und halte dich fest: Man darf in Kuba sogar am Strand campen (Angabe unverbindlich. Aber ich habe es gemacht und es wurde mir auch von Polizisten so bestätigt). Wir haben in einer sehr teuren Landzuge (Cayo Santa Maria), in der es nur Luxusbunker gibt, einfach etwas abseits unser Zelt aufgeschlagen und sind mit Sonnenaufgang komplett alleine baden gewesen. Die beste Nacht in Kuba, die man sich wünschen kann auf einer Individualreise durch Cuba.

 

Ich bin seit 6 Jahren Freelancer für digitale Projekte und habe 1984 das Licht der Welt erblickt, die ich nun voller Neugierde so viel wie möglich bereise. Nach 3 langen Reisen mit dem Rucksack durch Süd- und Zentralamerika, schlägt mein Abenteuerherz besonders für diesen Teil der Welt. Aber auch andere Ziele wie Israel/Palästina, Vietnam, Sri Lanka, Indien, die Philippinen oder auch Spanien haben es mir angetan #neverstopexploring!